3.3.06

ein leichtes los

In seinem 1989 erschienenen Buch Studien über die Deutschen schreibt der Soziologe Norbert Elias: "Schon früher war die Unsicherheit über den Wert und Sinn, den es hat, ein Deutscher oder eine Deutsche zu sein (...) groß. Sie ist es heute mehr denn je". Eine aktuelle Studie der Universität Chicago bestätigt dies. Basierend auf einer 2003/04 durchgeführten repräsentativen Umfrage in 32 Ländern [33 wenn man wie die Autoren der Studie Ost- und Westdeutschland als unterschiedliche Staaten zählt] wird eine globale Rangliste des Nationalstolzes erstellt, auf der Deutschland - wie nicht anders zu erwarten - ganz weit hinten liegt. Anders als die US-Amerikaner, die Venezolaner, die Australier und - überraschenderweise - die Österreicher, die die vorderen Plätze im Ranking einnehmen, spielt die nationale Identität für die Deutschen offenbar keine große Rolle. Bei uns gilt auch heute noch der Satz Hans Magnus Enzensbergers: "Ein Deutscher zu sein, das scheint mir kein schwierigeres oder leichteres Los als irgendein anderes".

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