14.6.07

vermittlungshemmnisse

Es gibt keine Langzeitarbeitslosen mehr in Deutschland. Nur noch "Menschen mit Vermittlungshemmnissen".

[zum Kabinettsbeschluss über ein "Gesetz zur Verbesserung der Beschäftigungschancen von Menschen mit Vermittlungshemmnissen"]

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3 Comments:

Anonymous Rayson said...

Man muss es wohl leider konstatieren: Das Neusprech hat schon lange in die Bezeichnung von Gesetzen Einzug gehalten. Siehe auch "Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit" oder "Steuervergünstigungsabbau- und Steuerverkürzungsbekämpfungsgesetz".

14/6/07 11:42  
Blogger la deutsche vita said...

Ja, Beispiele für euphemistischen Sprachgebrauch gibt es ohne Ende. Das Wort "Vermittlungshemmnisse" geht aber einen Schritt weiter. Oberflächlich suggeriert es Sensibilität, unterschwellig unternimmt es aber eine klare Schuldzuweisung: die Gründe für die Arbeitslosigkeit liegen in der Person des Arbeitslosen, seinen (fehlenden) Qualifikationen, seinem Alter, Gesundheitszustand etc., nicht hingegen in einer verfehlten Arbeitsmarktpolitik, falschen politischen Anreizen, kurzsichtigen Unternehmenschefs etc. Schulterklopfend und mit verständnisvoller Mine wird dem Langzeitarbeitslosen die alleinige Schuld an seiner Situation untergejubelt. Das ist mehr als Neusprech.

14/6/07 11:52  
Anonymous Rayson said...

Oder Übersensibilität von deiner Seite.
Eine Zuweisung "alleiniger Schuld" kann ich da nämlich nicht erkennen. Es gibt bei einer gegebenen Arbeitsmarktlage, die ja alle zunächst mal gleich betrifft, eben Leute, die aufgrund bestimmter Merkmale (im Gegensatz zu pauschalen wie Alter oder Geschlecht) eine deutlich schwerere Chance auf einen Job haben und wohl in jedem anderen Land dieser Welt auch hätten. Wo wäre denn da die "Schuld"-Komponente zu finden?

14/6/07 16:25  

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