4.9.07

"ich habe nichts zu verbergen" - oder: wer ist eigentlich für die online-durchsuchung?

Statistische Aussagen bilden immer nur einen winzigen, oft verzerrten Ausschnitt der Wirklichkeit ab. Trotzdem werden sie uns meistens als objektive Wahrheiten präsentiert. Vor allem in den Berichten der Meinungsforschungsinstitute.

So zeigt eine aktuelle N24-Emnid-Umfrage, dass 62 Prozent der Bundesbürger gegen die online-Durchsuchung von Computern sind. 36 Prozent hingegen finden, dass das BKA ruhig auf privaten Festplatten stöbern soll - auch ohne richterliche Erlaubnis. Betrachtet man ausschließlich diese Zahl, dann könnte man annehmen, dass ein gutes Drittel unserer Landsleute rein gar nichts zu verbergen hat. Jedenfalls nicht auf dem PC.

Doch halt! Da gibt es ja noch eine zweite Zahl. Ebenfalls am heutigen Tag teilen uns nämlich ARD und ZDF in ihrer Onlinestudie 2007 mit, dass momentan 62,7 Prozent der Deutschen das Internet nutzen, während 37,3 Prozent lieber offline bleiben.

Fällt uns da etwas auf? 62 Prozent der Deutschen gehen online und ziemlich genau derselbe Anteil ist gegen die online-Durchsuchung. 37 Prozent bleiben offline und wiederum derselbe Anteil findet die online-Durchsuchung völlig in Ordnung.

Denn sie sind davon ja nicht betroffen.

Das ist das Sankt-Florian-Prinzip in Reinform.

[beide Studien via netzpolitik.org]

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1 Comments:

Anonymous sabbeljan said...

in der tat eine ungetestete hypothese, aber keine uninteressante!

5/9/07 14:14  

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