22.8.07

deutsche anmut

Die ersten Tage zurück in Deutschland sind die schlimmsten. Da fällt einem unweigerlich Nietzsche ein, wie er behutsam und verständnisvoll die fehlende Anmut unserer Landsleute beschreibt:
"Und so sind ihre Krämpfe oftmals nur Anzeichen dafür, dass sie tanzen möchten (…)".
Überhaupt fällt es schwer zu erklären, warum wir nach unserem Sommerurlaub in südlicheren Ländern immer wieder freiwillig nach Deutschland zurückkehren. Könnte es sein, dass wir es hier mit einer Art patriotischem Stockholm-Syndrom zu tun haben? Einer verzerrten Wahrnehmung der Wirklichkeit, bei der wir uns einreden, es sei unser freier Wille Melonen zu essen, die wie Gemüsegurken schmecken, und im Sommer von Hagelkörnern getroffen zu werden.

Im deutschen Jahr der Geisteswissenschaften wird es vielleicht möglich sein, eine wissenschaftlich fundierte Antwort auf diese Frage zu bekommen.

[Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft, Zweites Buch, Nr. 105]

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3 Comments:

Blogger presstige said...

Acho que um dos aspectos a ter em atencao no estudo sería o conceito de "Leidensgemeinschaft". É que nem encontro traducao! "Companheiros de infortúnio" soa mais a bebedeira a dois.

23/8/07 10:12  
Blogger la deutsche vita said...

Für alle die noch nicht genug portugiesisch sprechen: presstige schlägt vor, in der Studie auch mal einen Blick auf das Lutheranische Konzept der Leidensgemeinschaft zu werfen, für das zumindest LEO weder eine englische noch eine französische oder spanische Übersetzung kennt.

23/8/07 10:25  
Anonymous sabbeljan said...

wirklich interessanter gedanke! vielleicht kann es moderner auch als solidargemeinschaft verstanden werden, die es ja eigentlich nur finanztechnokratisch gibt...

24/8/07 12:31  

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