15.3.06

x-mal Deutschland

Deutschland und die Deutschen zu beschreiben wird immer schwieriger. Was ist typisch deutsch? Was sind genuin deutsche Werte und Tugenden? Woran erkenne ich einen Deutschen, wenn er vor mir steht? Immer schwerer fällt es, überzeugende Antworten auf diese Fragen zu finden. Ausgerechnet das hessische Innenministerium hat nun den Versuch gewagt, das deutsche Wesen in 100 als Fragen getarnten Stichworten zu definieren. Das Ergebnis (nachzulesen im gestern vorgestellten hessischen "Wissens- und Wertetest") ist ernüchternd.

Deutschland, so scheint es, ist nicht mehr, als eine leere Hülle bestehend aus Landesgrenzen, Gesetzen, Verfassungsprinzipien, Mittelgebirgen, Geschichtsereignissen (bis 1989), Pflichten, Klauseln, Amtsbezeichnungen, Parteien, Vereinen, Bürgerinitiativen, Philosophen, Schriftstellern (Goethe, Schiller), Komponisten (Beethoven), Wissenschaftlern, Sportlern, und Pionieren des Automobilbaus. Deutsch sein heisst Vergangenheit sein. Deutsch werden ist dann gerechterweise nur denen gestattet, die die folgende Frage beantworten können: "Die Bundesrepublik Deutschland hat einen dreistufigen Verwaltungsaufbau. Wie heißt das unterste politische Gemeinwesen?" (Frage Nr. 68).

Nachtrag: Metalust & Subdiskurse findet auch, dass der Versuch das typisch "deutsche" zu definieren das Interessanteste am hessischen Fragebogen ist. Trotz aller Verstaubtheit des Deutschlandbildes der Verfasser bewertet er das ganze aber ein klein wenig positiver.

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