schlatzen
"Schlangen und Katzen können nicht Schlatzen zeugen."[Niklas Luhmann, zehn Jahre im Voraus, zum politischen Umgang mit der Finanzkrise (Luhmann, 1998, Die Gesellschaft der Gesellschaft, S. 486)]
Was ist deutsch, was nicht, und was soll's
"Schlangen und Katzen können nicht Schlatzen zeugen."[Niklas Luhmann, zehn Jahre im Voraus, zum politischen Umgang mit der Finanzkrise (Luhmann, 1998, Die Gesellschaft der Gesellschaft, S. 486)]
"Schlachtstätten sind [...] Einrichtungen oder Anlagen, in denen Schlachttiere gewerbsmäßig oder im Rahmen einer wirtschaftlichen Unternehmung geschlachtet werden. Der Inhaber einer Schlachtstätte kann gleichzeitig Inhaber eines Schlachtbetriebs sein. Eine Schlachtstätte kann auch Teil eines Schlachtbetriebs sein. Möglich ist auch, dass in einer Schlachtstätte ausschließlich Tiere für andere Unternehmen/Schlachtbetriebe geschlachtet werden, und die Schlachtstätte für die Durchführung der Schlachtung ein vorab vertraglich festgelegtes Entgelt erhält. Ankauf der Schlachttiere und Vermarktung der Schlachtkörper verbleiben dann in der Hand des Schlachtbetriebs; die Schlachtstätte stellt lediglich im Wege der Dienstleistungserbringung ihre Einrichtungen und ihre Arbeitskräfte zur Verfügung."Vielleicht hat der Gesetzgeber damit alles, "was so, wie es ist (war, sein wird), sein kann, aber auch anders möglich ist", berücksichtigt. Vielleicht aber auch nicht.
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"Ich bin manchmal traurig, wenn es in unserer Gesellschaft viel Unwissen oder Unverständnis über wichtige Dinge gibt. So etwas wie die "Sendung mit der Maus" ist ja oft nicht nur für Kinder lehrreich."[Angela Merkel im Bunte-Interview]
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"Unter anderem wird die Regierung aufgefordert, die Anbindung der Häfen sowohl von der Land- als auch von der Seeseite zu verbessern und mit deutschen Reedereien und Kreuzfahrtveranstaltern darüber zu verhandeln, wie sich der Anteil der Kreuzfahrtschiffe unter deutscher Flagge erhöhen lässt. Die Deutsche Zentrale für Tourismus solle Deutschland noch intensiver als Ziel von Hochsee- und Flusskreuzfahrten vermarkten. Im Übrigen solle die Regierung prüfen, ob auf EU-Ebene im Fährverkehr und bei Kreuzfahrten zwischen europäischen Häfen ein einheitliches und einfaches Verfahren für die Zuordnung der Verbrauchs- und Mehrwertsteuern bei Verkäufen an Bord geschaffen werden kann. Mit der Deutschen Bahn sei über eine bessere Anbindung der Kreuzfahrtterminals an das Netz der Bahn zu verhandeln. Die Bahnhöfe in der Nähe dieser Terminals müssen nach Ansicht der Fraktionen für ausländische Touristen attraktiver gestaltet werden."Ein Wunder, dass die schwarz-rote Regierung von den schwarz-roten Fraktionen nicht auch noch aufgefordert wird, für eine vollständige Auslastung aller deutschen Fähren Kreuzfahrtschiffe zu sorgen. Die Betreiber müssten dann nur noch den Preis festlegen und kassieren. Um alles andere kümmert sich der Staat.
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"Ein Blog ist ein für den Herausgeber („Blogger“) und seine Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Meinungen und Informationen zu unterschiedlichen Themen."Mal sehen, was Wikipedia dazu sagt:
"Ein Blog ist ein für den Herausgeber („Blogger“) und seine Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu oftmals spezifischen Themengruppen."Zum Glück gibt's im Bundestag Internet. Sonst wüssten die Abgeordneten heute noch nicht, was ein Weblog ist.
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"[D]ie Entwicklung der Systemtheorie mit ihrem Formalismus und Ordnungsdenken [ist] die Möglichkeit des Zwangsneurotikers [...], seiner Zwangsneurose zu entgehen, indem sie gewissermaßen in die Theorie verlagert wird."[Der Marburger Politologe Thomas Krumm in einem ebenso interessanten wie spekulativen Aufsatz über die biographischen Wurzeln der Luhmannschen Systemtheorie - via Systemagazin]

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"Der Staat wird (...) für immer mehr Interessenbefriedigung und für große Bereiche des Alltags zuständig, in denen er nichts befehlen, sondern nur mit Geld und guten Worten auf seine Bürger einwirken kann. Das hat die Lobby der organisierten Partikularinteressen stark gemacht, die möglichst viel für ihre Klientel herausholen will und der es gelang, sich intensiv in staatliche Entscheidungen einzuschalten.Während sich die CDU über so viel Wohlfahrtsstaatkritik empört, schimpft die SPD auf die "Rüttgers Sauerei". Verkehrte Welt oder nur ein Schritt auf dem Weg zur deutschen Einheitspartei?
So haben alle jahrzehntelang fleißig mitgemacht, obwohl eigentlich jeder hätte wissen können, was Niklas Luhmann einmal so formuliert hat: "Alles in allem gleicht der Wohlfahrtsstaat dem Versuch, die Kühe aufzublasen, um mehr Milch zu bekommen." Diese Illusion mochte verständlich sein, solange es Jahr um Jahr mehr zu verteilen gab und solange noch nicht Milliarden von Menschen in Osteuropa und Asien mit Fleiß und Ideen um ihren Anteil am weltweiten Wohlstand konkurrieren durften. Aber inzwischen ist es endgültig selbstzerstörerisch, immer weiter den Blasebalg zu bedienen" [Quelle].
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"Das Recht dient der Fortsetzung der Kommunikation mit anderen Mitteln"aus Luhmanns Buch "Soziale Systeme" im Ohr hat, dann erst kann man sich ein lebendiges Bild davon machen, was ein selbstreferentielles System ist und wie sich ein solches System aus sich selbst heraus, ohne Mitwirkung seiner Umwelt immer wieder neu erschafft. Aber das zu erklären wäre so langweilig, dass wir Luhmann dankbar sein sollten, dass er uns diese Arbeit abgenommen hat.
[...]
In § 3 Abs. 2 Satz 1, § 3a Abs. 2, § 4 Abs. 2, § 7 Abs. 2 und 3, § 8a Abs. 2 Satz 1 und 2,§ 8b, § 12 Abs. 1 und 2, § 13 Abs. 3, § 14, § 15, § 16 Abs. 1a, 2 Satz 1, Abs. 3 bis 5, § 17 Abs. 2, § 18 Abs. 4 Satz 1, § 21 Abs. 1 und 2, § 23 Abs. 3, § 24 Abs. 2 bis 4, § 26 Abs. 3, § 27 Abs. 2, § 28 Abs. 3, § 29 Abs. 1, § 30, § 31 Abs. 4, § 33 Abs. 1 und 1a Satz 1, Abs. 2 Satz 1, § 35 Abs. 2, § 36 Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 Nr. 7 Buchstabe a, § 41 Satz 2, § 42 Abs. 1 Satz 1 und 2, Abs. 2, § 45 Satz 2, § 47 Satz 4, § 51, § 53 Abs. 2 und 4, § 55, § 57 Abs. 3 und § 57a Abs. 1 werden jeweils die Wörter „Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft“ durch die Wörter „Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz“ ersetzt."
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"In dem gemeinsamen Bewilligungsausschuß, in dem Bund, Länder und Wissenschaft vertreten sind, haben die Länder je eine Stimme, der Bund sechzehn Stimmen und die Wissenschaftler je 1,5 Stimmen, was ihnen eine Mehrheit verleiht. Die nutzten die Forscher aber selbstbewußt unter Berufung auf das Kriterium der Exzellenz. Sie legten den beteiligten Wissenschaftsministern aus Bund und Ländern eindeutige Entscheidungen vor" [FAZ].Es ist daher keine Kunst zu prognostizieren, dass die Politik in der zweiten Vergaberunde vor allem versuchen wird, diese Entscheidungsregeln zu ändern.
"Die Politiker fühlten sich von den Juroren aus der Wissenschaft bevormundet. Sie fordern nun mehr Einfluß auf das Verfahren, wenn im kommenden Frühjahr weitere 1,1 Milliarden Euro Fördermittel vergeben werden" [FAZ].Damit wäre allerdings auch der Versuch einer Politik, die die Eigenlogik der von ihr gesteuerten Gesellschaftssysteme stärker berücksichtigt, an der Unvereinbarkeit beider Logiken gescheitert. Niklas Luhmann hätte das natürlich schon vorher gewusst.
"Alles in allem gleicht der Wohlfahrtsstaat dem Versuch, die Kühe aufzublasen, um mehr Milch zu bekommen".[Niklas Luhmann, Der Staat des politischen Systems]
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Jedenfalls enthüllt der berühmte "Blick von außen" - in diesem Fall durch die Regale eines ideologisch unverdächtigen portugiesischen Supermarktes - manch blinden Fleck der deutschen Selbstwahrnehmung: Spätestens seit 1832 gehören Deutschland und Schwarz-Rot-Gold zusammen wie Bockwurst und Senf. Wir Deutschen hatten das lediglich eine Zeitlang verdrängt. Und wie bei Verdrängtem üblich wurde es dann irgendwann, als niemand es mehr erwartete, als Neuigkeit wiederentdeckt.
Glaubt man dem Soziologen Niklas Luhmann, so gibt es in der Politik nur zwei denkbare Aggregatzustände: Regierung oder Opposition. Kein Politiker und keine Partei kann beides gleichzeitig sein. Politik ist ein unaufhörliches hin-und-her, ein ständiges Kofferpacken, ein endloses "Entweder/Oder"."politische Bewegungen, etwa die 'Grünen', sich diesem Entweder/Oder nicht fügen, sondern gleichzeitig an der Regierung und in der Opposition operieren möchten, verhalten sie sich ohne Verständnis für strukturelle Systembedingungen, und ihre Erfolge können dann nur darin bestehen, Schwierigkeiten zu bereiten"Was Luhmann nur den Grünen zutraute gehört heute plötzlich zum Alltag unserer großen Volksparteien. Beide versuchen seit Wochen, Regierung und Opposition in einem zu sein. Und wie Luhmann prophezeite besteht ihr einziger Erfolg darin, Schwierigkeiten zu bereiten.
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Nach der 1:4 Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Italien wollen deutsche Politiker Bundestrainer Jürgen Klinsmann vor den Bundestag zitieren. Er soll den Volksvertretern erklären, wie er sicherstellen will, dass Deutschland im Sommer wie geplant die Fußballweltmeisterschaft gewinnt. "Ich würde mich freuen, wenn der Bundestrainer dem Sportausschuss sagen würde, wie er eine sichere Basis für das Team schaffen will" (Reinhold Hemker, SPD). Immerhin sei die WM ein "nationales Anliegen" (Miriam Gruß, FDP). Interessanterweise ist diese Einmischung der Politik in sportliche Ereignisse kein Einzelfall, der sich aus einer spontanen Panikreaktion der Parlamentarier auf ein desolates WM-Testspiel erklären ließe. Bereits im Februar 2006 haben die SPD-Bundestagsabgeordneten Steffen Reiche und Peter Danckert einen Gesetzesentwurf zur Verankerung des Sports im Grundgesetz vorgelegt. Wortlaut des geplanten Artikel 20b des Grundgesetzes: "Der Staat schützt und fördert die Kultur und den Sport". Als Grund gibt der ehemalige Brandenburgische Sport- und Bildungsminister Reiche an, es sei "gesellschaftlich geboten, dem Staat Aufgaben zuzuweisen, damit er die Bürger vor den Folgen der Globalisierung schützen kann. Eine nationale Verfassung hat nun einmal auch die Aufgabe, relevante Lebensweisen und soziokulturelle Instrumentarien vor dem Ansturm ungefesselter Globalisierungskräfte zu bewahren". Spätestens im Frühjahr 2006 ist die inzwischen schon charakteristische Vollkasko-Mentalität der Deutschen damit endlich auch beim Sport angekommen."Als gerufene Kraft, die Verhältnisse in Ordnung zu bringen, wirkt (die Politik) hauptsächlich dadurch, dass sie dem Appellieren an Politik keine Schranken zieht. So reproduziert sie Hoffnungen und Enttäuschungen und lebt davon, dass die Themen, an denen dies geschieht, hinreichend schnell ausgewechselt werden können" (Niklas Luhmann, Ökologische Kommunikation).Wider besseren Wissens glauben einige deutsche Politiker also offenbar selbst daran, alle ungelösten gesellschaftlichen Probleme lösen zu können. Was aber bedeutet das für den deutschen Fußball und die anstehende Weltmeisterschaft? Was genau kann die Politik tun, damit Deutschland bei der WM eine Chance hat? Um die entfesselten Kräfte der Globalisierung zu zähmen, bleibt dem ums Wohl der deutschen Fußballfans besorgten Parlament nur eine Option: es muss schnellstmöglich ein Gesetz verabschieden, das alle Nationalmannschaften verpflichtet ausschließlich mit deutschen Spielern anzutreten. Nur so kann der Globalisierungsdruck verringert und die deutsche Fußballnationalmannschaft wirksam vor Wettbewerbsnachteilen geschützt werden.
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