prekäre beschäftigung
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Was ist deutsch, was nicht, und was soll's
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"(T)he tendency of many economists to offer advice based on simple rules of thumb, regardless of context (privatize this, liberalize that), is a derogation rather than a proper application of neoclassical economic principles."[Dani Rodrik in der Einleitung zu seinem neuen Buch "One Economics, Many Recipies" (hier gibt es die Einleitung als PDF) - via Crooked Timber]
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"Betroffen ist vor allem Recht, das noch aus der Zeit vor der Gründung der Bundesrepublik stammt, und das restliche Besatzungsrecht. Außerdem wird die Bereinigung von Übergangsrecht aus dem Einigungsvertrag fortgesetzt."Im Klartext heißt das, dass es der Bundesregierung im Jahr 2007 und damit dem fünften Jahr der Initiative Bürokratieabbau gelungen ist, 200 Gesetze zu streichen, deren Adressaten längst nicht mehr existieren und die daher auch niemanden mehr betreffen.
"Aufgehoben werden sollen zum Beispiel das Gesetz betreffend den Schutz des zur Anfertigung von Reichsbanknoten verwendeten Papiers gegen unbefugte Nachahmung und die Verordnung über die Einführung der Reichshaushaltsordnung in der Justizverwaltung."Das ist noch nicht mal "Bürokratieabbau light". Entlastet werden allenfalls die Kellerregale des Justizministeriums. Vor allem aber stellt sich die Frage, warum ein Land, in dem das politische Alphabet mit "V" wie Vergangenheitsbewältigung beginnt, mehr als ein halbes Jahrhundert braucht, um zu merken, dass es keine Reichsbank mehr hat und dementsprechend auch nicht mehr den Export von Reichsbanknotenpapier ins feindliche Ausland unterbinden muss.
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"Es ist nicht so, dass nur ein Land noch große Probleme hat. Es gibt eine ganze Reihe von Ländern, die Probleme haben. Je größer die Probleme einiger Länder sind, desto größer werden auch wieder die Probleme anderer Länder (...).[Angela Merkel zum EU Gipfel am 21./22. Juni in Brüssel]
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"Für jedes Bierzelt braucht man eine Genehmigung, aber ein Bordell kann man ohne Erlaubnis betreiben."Man kann daher auch von der Bierzelt-Bordell Logik der Politik sprechen. Die Bierzelt-Bordell Logik verweist auf eine inhärente Dynamik des politischen Systems, den eigenen Zuständigkeitsbereich mit Hilfe der rhetorischen Form der Analogie ständig zu erweitern. Diese Expansionslogik spricht nicht grundsätzlich gegen Politik und Recht. Aber sie sollte vorsichtig machen bei der allzu reflexhaften Forderung nach zusätzlichen Gesetzen. Denn grundsätzlich kann das Bierzelt-Bordell Argument auch umgedreht werden.
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"Nicht [der] Widerstand der Bevölkerungen! Das ist zwar die nahe liegende, aber falsche Vorstellung, die sich nach den gescheiterten Referenden in Frankreich und den Niederlanden festgesetzt hat. Tatsächlich haben wir in den meisten kontinentalen Ländern nach wie vor schlafende Mehrheiten für eine Vertiefung der Europäischen Union."Na klar! Schlafende Mehrheiten! Warum ist bloß bisher noch niemand darauf gekommen? Mit dem Begriff der schlafenden Mehrheit könnte Habermas einen richtigen Treffer gelandet haben. Der Begriff hat einfach alles, was ein sozialwissenschaftliches Konzept braucht, um auch außerhalb des Elfenbeinturms erfolgreich zu sein. Er ist unpräzise, offen für die unterschiedlichsten Interpretationen, passt auf fast jede Situation und eignet sich hervorragend dazu, politische Niederlagen ohne Gesichtsverlust zu rechtfertigen. Dazu erweckt er den Anschein von Wissenschaftlichkeit und - was am wichtigsten sein dürfte - eröffnet eine bequeme Perspektive für die Zukunft: man kann getrost weitermachen wie bisher. Es muss nur gelingen, die schlafende Mehrheit zu wecken, dann wird alles gut. Wie das genau geschehen soll und warum die schlafende Mehrheit im EU-Fall ausgerechnet bei dem von Habermas vorgeschlagenen europaweiten Verfassungsreferendum aufwachen sollten, bleibt offen. Aber der eine oder andere europäische Politiker dürfte sich schon Gedanken darüber machen, wie er seine Wählerschaft in Zukunft am wirksamsten wachküssen kann.
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"In dem gemeinsamen Bewilligungsausschuß, in dem Bund, Länder und Wissenschaft vertreten sind, haben die Länder je eine Stimme, der Bund sechzehn Stimmen und die Wissenschaftler je 1,5 Stimmen, was ihnen eine Mehrheit verleiht. Die nutzten die Forscher aber selbstbewußt unter Berufung auf das Kriterium der Exzellenz. Sie legten den beteiligten Wissenschaftsministern aus Bund und Ländern eindeutige Entscheidungen vor" [FAZ].Es ist daher keine Kunst zu prognostizieren, dass die Politik in der zweiten Vergaberunde vor allem versuchen wird, diese Entscheidungsregeln zu ändern.
"Die Politiker fühlten sich von den Juroren aus der Wissenschaft bevormundet. Sie fordern nun mehr Einfluß auf das Verfahren, wenn im kommenden Frühjahr weitere 1,1 Milliarden Euro Fördermittel vergeben werden" [FAZ].Damit wäre allerdings auch der Versuch einer Politik, die die Eigenlogik der von ihr gesteuerten Gesellschaftssysteme stärker berücksichtigt, an der Unvereinbarkeit beider Logiken gescheitert. Niklas Luhmann hätte das natürlich schon vorher gewusst.
Emergenz ist eines der Lieblingsworte der Systemtheorie. In komplexen Systemen, so die These, entstehen Dinge, die keines der Subsysteme alleine hätte hervorbringen können. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Auch in der Politik gibt es komplexe Systeme. Eins davon ist die Europäische Union. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass politische Entscheidungen auf vielen Ebenen - von der europäischen über die nationale bis hin zu den Regionen und Gemeinden - getroffen werden können. Nur selten sind politische Entscheidungen eindeutig einer Ebene zugeordnet. Und selbst wenn das der Fall ist, versuchen die anderen Ebenen trotzdem ständig, ein Wörtchen mitzureden."Die Minister kommen nach Haus, berichten vom Protokoll und erklären, wegen Brüssel müsste das Ganze jetzt eins zu eins umgesetzt werden. Und es wird umgesetzt. Das zur nachgeordneten Behörde degradierte Parlament kann nichts machen und fügt sich [...] zur fälligen Abstimmung, 93,99 Prozent Ja-Stimmen, ein Volkskammerbeschluss. Der Minister ist es nicht gewesen, Brüssel ist's gewesen und nimmt alle Schuld auf sich [...]. Die ursprüngliche [d.h. emergente] Akkumulation informeller Macht und Gesetzgebungskompetenz [...] ermöglicht der transnationalen Klasse das geräuschlose bypassing aller Legitimationsmechanismen. Informelle Beschlüsse ohne bindenden Charakter wirken wie das altrömisch-republikanische senatus consultum: ein Ratschlag ohne formelle Gesetzeskraft, dem sich trotzdem niemand entziehen kann. [...] Der Gesetzestext konstruiert sich selbst als Vollzug einer höheren Norm".Was Brunckhorst hier aus demokratietheoretischer Perspektive als "bypassing" der öffentlichen Meinung und Umgehung demokratischer Legitimationsmechanismen zu Recht kritisiert, kann man auch wertfrei betrachten. Neben der Legitimation durch Einhaltung demokratischer Verfahren kann sich eine Politik nämlich auch durch ihr Ergebnis, ihren Erfolg legitimieren. Der Politikwissenschaftler Fritz W. Scharpf hat das als "Output-Legitimation" bezeichnet. Zwar ist die Reichweite dieser Output-Legitimation begrenzt und sie kann auch "nicht die Verletzung gravierender Interessen der Regierten rechtfertigen". Aber angesichts frappierender Entscheidungsblockaden in politischen Mehrebenensystemen wie der Europäischen Union kann sie helfen, emergente, also nicht in den Verfassungen vorgesehene und daher nicht von vornherein legitimierte Entscheidungsformen nachträglich zu rechtfertigen.
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"Die Sicherheit von Sinn und Ziel ist verloren gegangen. Doch Sinn ist neben dem Drang nach Macht der primäre Treibstoff für den politischen Einsatz. Sinn ist die elementare Quelle für Engagement, Anstrengung, Leistung, Altruismus, Leidensfähigkeit, Solidarität, Ehrgeiz, Kreativität. Das alles wissen wir hinlänglich aus der Religionsgeschichte, der Philosophie, der modernen psychologischen Forschung".Den klassischen Parteien konnte das natürlich nicht passieren, denn sie "hatten den Mörtel des die Gegenwart weit transzendentierenden Sinns" - was immer das und der gesamte Rest des Artikels auch heißen mag. Diesen Mörtel jedenfalls verrührt Walter dann im Rest seines Artikels mit ein paar wohlklingenden Allgemeinplätzen der Politiker- und Parteienschelte (der "Siegeszug der modernen Mediengesellschaft", das Verschwinden profilierter "Parteiintellektuellen", der "große Ausverkauf des programmatischen Denkens"), lehnt sich dann genüsslich in seinem Schreibtischstuhl zurück und sieht zu "wie Politik und Parteien implodieren".
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"Die politische Berichterstattung wird immer unpolitischer. Selbst die genuine Wahlkampfberichterstattung entpolitisiert sich. [...] Politische Sachthemen werden immer weiter marginalisiert. Dagegen dominieren politische Prozessthemen [...] die Berichterstattung. Es geht [...] um den Kampf, um das Rennen, um die Konkurrenzsituation. Dafür haben die US-Amerikaner den Begriff Horse-Race-Journalism geprägt. Wahlkampagne, Wahlwerbung oder der Wahlkampfverlauf mit seinen Stimmungswechseln und dem dialektischen Rhythmus von Angriff, Verteidigung und Gegenangriff besitzen im journalistischen Auswahlprozess hohen Nachrichtenwert. [...] Deshalb lassen sie sich so gut im Stile der Sportberichterstattung "framen", d.h. vom Regelsatz des Wettkampfs ungewissen Ausgangs rahmen. Der politische Wettbewerb der Parteien ist als selbstreferentielles Thema im Vergleich zu Politikinhalten so dominant, weil eine laufende Berichterstattung über Wahlkampfaktivitäten, Umfragen, neue Wahlkampfaktivitäten und Thematisierungsversuche für den politischen Journalisten im Wahlkampftross schnell, preisgünstig und ohne großen Rechercheaufwand neue Nachrichten liefert.Wahlen als Sportereignis. Da wollen die Medien natürlich auch mitspielen. Immer öfter präsentieren sie sich deshalb selbst als aktive Teilnehmer im Parteienwettbewerb:
Fast drei Viertel der Berichterstattung zum Bundestagswahlkampf 2005 bestand aus solchen politics issues, handelte also von Themen wie innerparteilichen Konflikten, Kampagnen, Wahlkampfstrategien, Wahlumfragen, Prognosen, Herabsetzungsbestrebungen gegenüber dem politischen Gegner und Kandidatenprofilen. [...]
Es ist zweifelsfrei einfacher, mit Zahlen zu hantieren, als die konkurrierenden Modelle der Sozialversicherungssysteme zu diskutieren. [...] Insofern sind "Bet & win"-Berichterstattung und Horse-Race-Journalismus als zeitgemäße Strategie wider die Tyrannei der komplizierten Entscheidungszwänge zu verstehen".
"Journalisten fragen Journalisten - dieser Trend ist zwar nicht neu, aber dennoch spielten Journalisten aus allen Medienbereichen als Interpreten des Wahlkampfs 2005 in Deutschland im Fernsehen eine zunehmend große Rolle. [...] Über den gesamten Zeitraum vom 24. Mai (Ankündigung von Neuwahlen) bis zum Wahltag am 19. September 2005 betrachtet, traten in der Wahlkampfberichterstattung Journalisten 95-mal in Gastrollen als Experten auf. Sie waren in Wahlsendungen, insbesondere in politischen Talkshows, zwar als Experten eingeladen, aber viele nutzten diese Foren, um Politik zu machen und um dezidierte Wahlempfehlungen auszusprechen: Dieses Phänomen kulminierte stark in der Person von Hans-Ulrich Jörges ('Stern'), der sechs Auftritte in politischen Wahlsendungen hatte - drei davon unmittelbar vor der Wahl - und dabei vehement gegen Gerhard Schröder als Kanzler und Rotgrün als Regierung eintrat".Am Ende ähnelt dann sogar die Form der Wahlberichterstattung der des Sportjournalismus: Vor und nach dem "Spiel" wird den Gegnern reihum ein und dieselbe Frage gestellt: "Was sagen Sie zu X?" "Wie beurteilen Sie Y?".
"Das Ergebnis des zwanghaften Reihumbefragens sind ritualisierte und inhaltsfreie Sound-Bits von rund zehn Sekunden Länge, die gemäß der KISS-Logik (KEEP IT SHORT and SIMPLE) von Politikern abgesondert und in die Beiträge hineingeschnitten werden"."Keep it short and simple". Jede Ähnlichkeit mit Jürgen Klinsmanns fußballerischer Devise "Ball annehmen, passen, bum, bum" ist reiner Zufall und frei erfunden.
"Politik und Sport sind die Themen schlechthin in den Massenmedien. Ob Bundestagswahl oder Fußball-WM – beide Ereignisse beherrschen den Blätterwald und die Fernsehbilder über Wochen. Sie stellen beide einen Wettbewerb dar, der jeweils mit ähnlichen Mitteln in Szene gesetzt wird – als Drama und Spektakel, mit den Mitteln der Emotionalisierung und Personalisierung. In diesem Band werden Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Wechselwirkungen zwischen den massenmedialen Inszenierungen von Sport und Politik erörtert – und man staunt darüber, wie sich die Bilder gleichen".
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"Seit 1995 haben vor allem junge Frauen die neuen Bundesländer verlassen - unter den 1,5 Millionen Menschen, die in den Westen gingen, waren überdurchschnittlich viele 18- bis 29jährige Frauen. 'Die zurückbleibenden Männer', so das Berlin Institut für Bevölkerungsentwicklung, 'sind häufig gering qualifziert und arbeitslos. Dieser Umstand beschleunigt den Bevölkerungsschwund noch. Denn Männer am sozial unteren Ende des Heiratsmarktes finden, statistisch gesehen, selten eine Partnerin zur Familiengründung'.Nach den altbekannten Stammwählern, Wechselwählern, Protestwählern und Nichtwählern betritt nun also urplötzlich der Triebwähler die politische Bühne. Die Ärzte (die Band) hatten es ja schon vor Jahren geahnt, Methusalem Schirrmacher hat dem Phänomen einen Namen gegeben. Mal sehen, wie lange es nun dauert bis die Politikwissenschaft eine vollständige Theorie des Triebwählers nachliefert.
(...) So hat sich eine Lage ergeben, die nicht auf Mecklenburg-Vorpommern beschränkt bleiben wird: daß in unzähligen Dörfern junge arbeitslose Männer mit zurückgebliebenen alten Menschen zusammenleben, nicht nur ohne Aussicht auf Arbeit, sondern auch ohne Aussicht auf eine Partnerin. Seit Klaus Theweleit die 'Männerphantasien' der Freikorpsmänner der Weimarer Republik analysiert hat, wissen wir, wie sehr die Attraktivität männerbündischer Lebensformen durch die Abwesenheit von Partnerinnen (...) steigt. Aggressivität, Gewaltbereitschaft, Mitleidlosigkeit sind vorherrschende Kennzeichen dieser Milieus, soziale Auffälligkeiten, bei denen unsere Institutionen versagen, weil sie sich auch nicht mehr durch wirtschaftliche Alimentierung regulieren lassen. Je mehr heiratsfähige Männer aus sozialen Gründen daran gehindert werden zu heiraten, weil es die Frauen dazu entweder nicht gibt oder von denen, die es gibt, keine die Zurückgebliebenen haben will, desto mehr Testosteron zirkuliert.
(...) Junge Männer ohne Zukunft sind eines, junge Männer ohne Zukunft und ohne die Chance zur festen Bindung etwas anderes; und junge chancenlosen Männer, ohne die Chance zur Heirat, ohne Arbeit und als Teil alternder Gemeinschaften sind schlichtweg explosiv.
"Wir dürfen unsere Zukunft nicht verbrauchen, deshalb sanieren wir den Haushalt"In der finanzpolitischen Realität sieht das dann jedoch so aus:
"Im Regierungsentwurf 2007 sind Ausgaben in Höhe von 267,6 Milliarden Euro veranschlagt. Das sind rund 2,3 Prozent mehr als im Haushalt 2006 vorgesehen sind" [Regierung Online].Haushaltssanierung durch Mehrausgaben, Sparen mittels Steuererhöhung. Wie geht das zusammen? Die Psychologen kennen dafür den Ausdruck der kognitiven Dissonanz. Sie bezeichnet eine chronische Diskrepanz zwischen den eigenen Überzeugungen und den tatsächlichen Gegebenheiten. Kognitive Dissonanz auszuhalten scheint eine der wichtigsten Berufsvoraussetzungen für Politiker zu sein. Erlernt wird diese Eigenschaft in jahrelanger Partei- und Gremienarbeit. Quereinsteigern fehlt sie in der Regel, weshalb sie in der Politik nicht sonderlich beliebt sind und auch selten lange im Amt bleiben.
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"So ist auch das deutsche Parlament in der Lage, sich schnell und effektiv an den Beratungen zu beteiligen und der Kommission zügig die notwendigen Rückmeldungen zu geben."Gerade mal ein halbes Jahrhundert nach Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl wird damit auch Deutschland massiv in die Gestaltung der europäischen Politik eingreifen, denn, so der Bundestagspräsident:
"Deutsch ist neben Englisch und Französisch gleichberechtigte Verkehrs- und Arbeitssprache - die deutsche Volksvertretung kann deshalb auch deutschsprachige Dokumente erwarten".
"Es gibt in Deutschland eine große Sehnsucht, die großen Probleme mit einem einzigen großen Wurf zu beheben. Je größer die Probleme werden, umso größer wird diese Sehnsucht. Ich kenne dieses Gefühl aus den Zeiten der deutschen Einheit, als wir vieles in den neuen Bundesländern haben zusammenbrechen sehen, und man auf den großen Investor, auf den Durchbruch gewartet hatte. Damals wurde mir klar, dass der richtige Weg eher ein Mosaik ist und aus vielen kleinen Steinen zusammengesetzt wird. Das daraus entstehende Bild erschließt sich, wenn das Mosaik gelegt ist".Die Reformpolitik der großen Koalition als Mosaik aus vielen kleinen Teilchen, das sich nicht nur dem Betrachter, sondern offenbar auch dem überraschten Künstler erst dann erschließt, wenn der letzte Stein gelegt ist. Politik wird zum Überraschungsei, Reformen zum Ratespiel und wenn einer der Kandidaten bei dieser Neuauflage des fast schon vergessenen "Dalli-Klick" errät, wohin es geht, dann stellt sich Quizmasterin Angela Merkel auf die Zehenspitzen und ruft freudestrahlend "Das war Spitze!".
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